Historischer Hintergrund

Wir schreiben das Jahr 1250. Die Situation im, von den Europäern „Outremer“ genannten heiligen Land ist katastrophal. Vom einstmals von der Küste des roten Meeres bis nach Syrien und den Libanon reichenden Königreich ist nur noch ein kläglicher Rest geblieben, der sich manchmal sogar nur noch auf einen etwa 30 Meilen breiten Küstenstreifen beschränkt.

Der nach offizieller Zählung sechste, von König Ludwig X, der später vom heiligen Stuhl heilig gesprochen werden sollte, geführte Kreuzzug hat sich in Ägypten zuerst festgefahren und endete schließlich in der Schlacht bei Mansurah in einer totalen Niederlage die man ruhig in einem Atemzug mit den Katastrophen von Hattin und La Forbie nennen darf. Das sich auf dem Rückzug befindliche Heer der Christen, durch Typhus und Ruhr dezimiert, wurde durch die Mamelucken, unter Führung Beybars, vernichtend geschlagen. Tausende „al Franj“ werden gefangen, die Schwachen, Kranken und nicht Marschfähigen werden getötet, der Rest geht in Gefangenschaft.

König Ludwig IX. von Frankreich bricht 1248 zum Kreuzzug auf;
französische Darstellung aus dem 14. Jahrhundert.

Laut den Chronisten werden tagelang jeden Abend 300 Christen enthauptet. Von den am Feldzug beteiligten Johannitern überlebt niemand die Kämpfe. Ebenso finster ist die Statistik bei den Templern.

König Ludwig, durch die Ruhr ebenfalls stark geschwächt gerät in Gefangenschaft, überlebt dies nur durch pures Glück und kann nur mit finanzieller Hilfe der Templer, die diese nur unter Androhung von Gewalt leisten, freigekauft werden. Wieder in Akkon, das nach dem Fall von Jerusalem 1244 als neue Hauptstadt des Restkönigreiches fungiert, nutzt er seine wieder gewonnene Freiheit um Gefangene auszulösen. Darunter auch den sechs Jahre zuvor bei La Forbie in Gefangenschaft geratenen, und seit dem in den Kerkern von Kairo dahin vegetierenden, Meister der Johanniter Guilleaume de Chateauneuf.

Dieser macht sich nach seiner Freilassung nun an die Aufgabe die dezimierten Reihen wieder zu füllen um die Verteidigung der Reste des Königreichs sicher zu stellen. Zumal seit dem Jahr 1244 eine neue Gefahr droht. Die Mongolen.

Die Situation stellt sich nun so dar. Man versucht in Syrien mit den Mongolen und ihren kwarzimischen Bündnistruppen gewisse Arrangements zu treffen und sie vielleicht sogar als Hilfstruppen zu gewinnen, während man im Süden ein wachsames Auge Richtung Ägypten hat, wo sich der Mameluckenführer Beybars, der Sieger von Mansurah, immer mehr als neuer, starker Mann präsentiert, der es sich offensichtlich zur Aufgabe gemacht hat die „Franken“ ein für alle Mal zu vernichten.

Dazu gibt es im Hinterland auch noch die Sekte der Ismaeliten, die wohl besser unter ihrem bekannteren Namen „Haschischim“ immer wieder für den ein oder anderen pikanten Zwischenfall sorgen. Und nicht zu vergessen die internen Zwistigkeiten die sich mit einer solchen Belagerungsmentalität ergeben. Um Macht und Einfluss ringende Adelige und die immer deutlicher zu Tage tretenden Interessen der italienischen Kaufmannschaft.

Ein weiteres Ereignis, dass zu Spannungen führt, ist der Tod von Kaiser Friedrich II, der im Jahre 1229 die Stadt Jerusalem und andere verlorene Teile des heiligen Landes durch geschickte Verhandlungen wieder in das Königreich zurückführte. Nach diesem Erfolg wurde er, trotz des Bannes des Papstes, zum Oberhaupt des Königreichs gekrönt.

Seinem Sohn und Erbe Konrad wird nun durch den Meister des Tempels das Messer an die Brust gesetzt. Entweder er glänzt innerhalb der nächsten drei Jahre mit seiner Anwesenheit im Königreich oder ihm wird die politische Unterstützung des Tempels entzogen, was bei dessen Einfluss in Europa und den Kreuzfahrerstaaten gleichbedeutend mit einer Verweigerung des Kronanspruches gleichzusetzen ist. Dieser politisch halsbrecherische Kurs der Templer darf daraufhin zurückgeführt werden, dass sie sich bei der Auseinandersetzung zwischen Papst und Kaiser auf die Seite des Papstes gestellt hatten und durch Friedrich dabei mehrere Niederlagen eingesteckt hatten, die sie neben Einfluss und Prestige auch finanziell viel gekostet hatten. So wurden sie z.B. während dieses Konfliktes von ihren sizilianischen Besitzungen vertrieben.

Weiter Informationen zum Sechsten Kreuzzug: http://de.wikipedia.org/wiki/Sechster_Kreuzzug